Das Lithographische Museum, eines der besten auf internationaler Ebene, eröffnet nach seiner Erweiterung im Frühjahr
Eines der originellsten Museen von Cádiz, das ‘Museo Litográfico’, wird im kommenden Frühling wiedereröffnet, nachdem seine Einrichtungen ausgebaut wurden, die es nun noch besser ermöglichen, die Geschichte einer kultivierten Stadt und einer wohlhabenden Bucht kennen zu lernen.
Ein Umfeld, in dem es nötig war, Geldscheine in den jeweils gültigen Währungen zu drucken, Etiketten für die Sherry-Flaschen, Papier für die Schokoladenfabrik, zivile und religiöse Zertifikate, Stierkampf- und Box-Plakate, Banderolen, Landkarten und zahlreiche andere Dokumente.
Während des Unabhängigkeitskrieges, beispielsweise, wurden in Cádiz bis zu 50 verschiedene Zeitungen gedruckt. Nicht umsonst war es in dieser Stadt, wo die Unabhängikeit der Presse verabschiedet wurde und wo die Druckerpressen schon seinerzeit bis zu 3000 Bögen in 24 Stunden ohne Unterlass produzieren konnten.
In einer Stadt, in der die Druckerpressen eine solch frenetische Aktivität entwickelten, sollte es denn auch nicht lange dauern, bis sich die Lithographie-Technik durchsetzte, konkret im Jahre 1820, lediglich zwei Jahre nachdem deren Erfinder, Alois Senefelder, seine erste Abhandlung über die neue Drucktechnik in Deutschland veröffentlicht hatte.
In Spanien waren es lediglich die Städte Madrid, Barcelona und Cádiz, in denen man dieses Verfahren anwandte, das die Illustrierkunst revolutionierte und das auch noch heute für besonders künstlerische Arbeiten angewandt wird.
Geschäftszweig für Künstler
Nach Cádiz kam die Lithographie dank der ‘Sociedad de Amigos del País’, mittels aus Frankreich importierter Maschinen. Doch das Lithographische Museum basiert auf der alten Deutschen Lithographie von Cádiz (‘Litografía Alemana de Cádiz), die sich hier 1861 niederliess und die sich bis Ende des 20. Jahrhunderts dem Kunstdruck widmete.
Auf deren Lohnliste stand auch Nikolaus Müller, ein wahrer Künstler seines Fachs, der den Geschäftsbetrieb so sehr zum rollen brachte, das dieser bald Zeichner und Drucker ersten Ranges anstellte.
Eine solch fruchtbringende Aktivität hat ihre Spuren in der Stadt hinterlassen, die heute eines der wenigen Museen dieser Art unterhält, die es in Spanien gibt, gleichzeitig das kompletteste, das sich auch vor dem internationalen Vergleich nicht zu scheuen braucht. Schliesslich beherbergt es über tausend Drucksteine, Zeichentische, Druckproben sowie Guillotinen zum manuellen Zuschneiden von Texten und Bildern in hervorragender Qualität.
Das Museum verfügt über wahre Reliquien, die noch dank der Expertenhände von Künstlern wie Luis de Rivas funktionieren, seineszeichens Professor und begeisterter Enthusiast, wenn es darum geht, den nachfolgenden Generationen die Bedeutung des Museums und die Schönheit der mittels der Lithographie hergestellten Arbeiten näherzubringen.
300-Kilo-Steine
Unter den auffälligsten Stücken des Museums finden sich ein riesiger, über 300 Kilo schwerer Druckstein sowie eine 1850 in Paris hergestellte Handpresse, die zu den wenigen gehört, die es heute noch auf der Welt gibt.
Doch allein schon seine Unterbringung in den Kellergewölben des emblematischsten Bauwerkes der Stadt, den ‘Puertas de Tierra’ ist einen Besuch wert, um sich eine Idee davon zu verschaffen, welches filmreife A