Freitag, 10. September 2010

Entdecken Sie die Provinz Cádiz Ort für Ort...


Genau zwischen Chipiona und Rota gelegen, entsteht derzeit eines der ehrgeizigsten und ambitioniertesten Projekte in der Geschichte des spanischen Tourismus: die Luxus-Urbanisation Costa Ballena (Walküste), die in jeder Hinsicht Maßstäbe setzen will. Auf der gut vier Hektar großen, direkt an einem der schönsten Dünen-Strände Europas gelegenen Fläche hat sich eine Holding aus Andalusischer Landesregierung und Privatinvestoren das ehrgeizige Ziel gesetzt, den "Lebensraum fürs 21. Jahrhundert" zu schaffen, der je hälftig zu den beiden oben genannten Gemeinden gehört.


Noch wirken die blitzsauberen, palmengesäumten Wege und Straßen etwas verlassen, es ist Anfang April, Vorsaison, fast gespenstisch die Ruhe, die nur zuweilen durch das entferne Surren eines der noch zahlreich vorhandenen Baukräne oder durch das "Klack" eines gerade abgeschlagenen Golfballes unterbrochen wird. Kein Durchgangsverkehr, keine nervigen Mopeds, keine lauten Stereoanlagen, kein einziger LKW, nicht einmal die sonst in Spanien allgegenwärtigen, alptraumhaft klappernden Butano-Laster sind hier zu sehen. Auch die in manchen spanischen Urbanisationen zum Alltagsbild gehörenden überquellenden, übelriechenden Müllcontainer wird man vergeblich suchen.
Vielmehr fühlt sich der Besucher in eines jener nahezu perfekten Residential-Viertel versetzt, wie man sie ansonsten vielleicht nur aus den Vereinigten Staaten oder der Schweiz kennt. Costa Ballena, eine Art riesiger Country-Club, direkt an einem der schönsten Dünen-Strände des Atlantiks gelegen, mit eigenem 27-Loch Golfplatz, der sowohl Anfängern als auch Profis alle Möglichkeiten bietet.
Künstliche Seen, unterbrochen von kleinen Wasserfällen, Palmenhaine und Parkanlagen mit exotischer Fauna bieten den Rahmen für individuell gestaltete Apartment-Anlagen, wobei man hier vom adretten 1-Zimmer-Studio bis hin zu Superluxus alles finden kann. Kein Gebäude darf höher als vier Etagen sein, man hat aus den Fehlern der benachbarten Costa del Sol gelernt.
Eine von uns besichtige Wohnung in mittlerer Preislage macht einen erstaunlich soliden Eindruck, alles wirkt wie aus einem Guss, das Objekt findet sich in einem "denkenden", "ökologischen" Gebäude. So sind hier beispielsweise die lästigen Butano-Flaschen endlich Schnee von gestern, Erdgas sei dank; in Spanien leider längst noch keine Selbstverständlichkeit. Was uns am meisten beeindruckt, ist, wie man hier das Problem der Müllbeseitigung gelöst hat:
Vor jedem Haus steht eine Reihe von briefkastenähnlichen Containern; die der Entsorgung des Hausmülls dienen. Der wird dann per Druckluft und via unterirdischem Rohrleitungssystem zur Recycling-Station befördert. Ein sauberes, geruchsfreies aber auch vor allem leises und serviceorientiertes System.
Der kleine, sich der parterre liegenden Terasse anschließende Garten unseres Musterapartments wirkt zwar noch arg jungfräulich, jedoch ist schon jetzt zu erkennen, dass alles hier mit viel Sorgfalt und gut durchdacht angegangen wird. Abgerundet wird das Bild durch das nur wenige Meter entfernt gelegene, zum Block gehörende, pikobello gepflegte Schwimmbad, Zutritt nur für Eigentümer.
Einige Straßenzüge weiter dann ein Beispiel dafür, was in der Luxusklasse so alles möglich ist:
Hier hat man sich für die Lösung "Urbanisation in der Urbanisation" entschieden, das heißt, höchste Sicherheitsstufe, mit begrüntem Schutzzaun, dezenter Kamera-Überwachung und elektronischem Zugangscode wie am Bankomaten.


Beim Zeichnen der massiv wirkenden, terassenförmig angelegten Apartmenthäuser muss der Architekt wohl eine Mischung aus andalusischem Kolonialstil und bayerischer Hüttenromantik im Sinne gehabt haben, wobei sich das Ergebnis aber durchaus sehen lassen kann, ohne ins Kitschige abzugleiten. Der gesamte Komplex liegt innerhalb einer perfekt gepflegten, exotisch anmutenden Gartenanlage mit eigenem Pool.
Für Eigentümer gibt´s sogar einen kleinen Privatweg, der direkt zum nur wenige Meter entfernt liegenden Traumstrand führt. Überhaupt ist der, neben dem Golfplatz mit Meeresblick, das Highlight der Walküsten-Urbanisation: zart goldgelb gefärbter Sand so weit das Auge reicht, flach in den smaragdfarbenen Atlantik abfallend, natürlich begrenzt von einer urwüchsigen Dünenlandschaft, wie sie für die Costa de la Luz so typisch ist. Nichts trübt hier den Eindruck des wirklich noch ursprünglichen Paradiesstrandes. Damit dies auch so bleibt, haben die Macher von Costa Ballena den gesamten Komplex von vornherein für maximal 20.000 Einwohner konzipiert, Massifizierung ausgeschlossen.

Costa Ballena ist der unserer Meinung nach gelungene Versuch, den perfekten Lebensraum für den gehobenen Residential- und Golftourismus des 21. Jahrhunderts zu schaffen, ohne dabei die gleichen Fehler zu machen, wie sie beispielsweise schon so oft an der benachbarten Sonnenküste begangen wurden. Zwar ist auch Costa Ballena eine Retorten-Siedlung, jedoch wird ist dies hier nicht so augenfällig wie andernorts.
Abgerundet wird das Ganze durch eine wirklich komplette Infrastruktur, bestehend aus Einkauftsmöglichkeiten, Restaurants, gehobenen Hotels, einem breit gefächerten Sportangebot (neben Golf kann man auch Reiten, Segeln, Windsurfen oder Tennis spielen) und einem ganz besonderen Augenmerk auf dem respektvollen, nachhaltigen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen.
Aus unserer Sicht könnte sich Costa Ballena durchaus zu einer Art Puerto Banus der Provinz Cádiz entwickeln, auch was die potentielle Rendite von Immobilien-Anlagen betrifft, die sich in Südspanien seit 20 Jahren im zweistelligen Bereich bewegt. Freilich sollte man, angesichts der sich abzeichnenden Zinserhöhung, die zu einer vorübergehenden Abkühlung des andalusischen Immobilen-Marktes führen könnte, einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont haben.