Auf halbem Wege zwischen El Bosque und Grazalema
liegt eines der kleinsten "Weißen
Dörfer" der Provinz Cádiz,
das verträumte Benamahoma, das –
völlig zu Unrecht – in der Reiseliteratur
ein Schattendasein darbt. Die steile, kurvige
Landstraße, die von El Bosque nach Benamahoma
führt, hätte seinerzeit ohne weiteres
als Kulisse zu einem Hitschcock-Film dienen
können und empfiehlt sich nur angstfreien
Autofahrern.
Das erste, was dem Reisenden nach der Ankunft
in Benamahoma auffällt, ist der allgegenwärtige
Duft von Wald, Wiesen und Feigenbäumen,
dazwischen immer wieder Wildblumen, das Ganze
unterstrichen vom beständigen Gurgeln der
hier reichlich vorhandenen Flüsschen und
Quellen.
Wäre da nur nicht die fürchterliche
Hitze – wir haben uns ausgerechnet einen
Juli-Tag für unsere Exkursion ausgesucht
– man könnte sich im Paradies angelangt
wähnen, so idyllisch, so ländlich,
so viel Ruhe ausstrahlend wirkt hier
alles.
Nur knapp 500 Einwohner hat das winzige Wald-Dorf,
das seine arabischen Wurzeln nicht verleugnen
kann; auch hier die typischen, weiß gekalkten
Häuser mit Innenhof, die sich flach unter
der gnadenlosen Sonne ducken, und sogar ein
kleines Minarett mit vergoldeter Kuppel gibt
es, das aber wohl eher neuandalusischen denn
maurischen Ursprunges ist. Nicht von ungefähr
bilden die alljährlich Anfang August stattfindenden
Ritterspiele Moros y Christianos (etwa: "Mauren
gegen Christen“) das Highlight des kulurellen
Lebens von Benamahoma.
Große urbanistische Schätze gibt
es hier nicht zu entdecken und so lässt
der Besucher am besten in aller Ruhe die grandiose
Natur und die wundervolle Stille auf sich wirken.
Dann gibt es da noch das "Museum des Wassers“
(Museo del Agua), das auf jeden Fall einen Besuch
wert ist. Im Gebäude einer ehemaligen Walkmühle
untergebracht, erfährt man hier alles über
die Bedeutung des Wassers für Benamahoma
und die Sierra de Grazalema. (Das Wassermuseum
ist samstags und sonntags, jeweils von 11.00
bis 13.30 sowie von 18.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.)
Sportliche Naturen, die sich von den blutrünstigen
Moskitoschwärmen nicht schrecken lassen,
können, auf der Rückseite des Gebäudes,
ein Stückchen weit in den Wald eindringen
und sich dort von der malerischen Geburtsstätte
des Río Majaceite (Majaceite-Fluss) verzaubern
lassen.
Gleich neben dem Wassermuseum gibt es eine Forellenzucht,
deren Endprodukte man vor der Weiterfahrt unbedingt
kosten sollte, zum Beispiel im nur etwa 200
Meter entfernt liegenden Restaurant Mesón
de Fuente, das unter anderem auf die Zubereitung
der fangfrischen Forellen spezialisiert ist.
Wir empfehlen hier die wirklich wunderbare,
zusammen mit Serrano-Schinken gebratene, Forelle,
die in einer relativ stark knoblauchhaltigen
grünen Sauce seviert wird – ein echter
Genuss, der den Besuch in Benamahoma zu einem
angenehmen, runden Abschluss bringt.