Dienstag, 7. September 2010

Entdecken Sie die Provinz Cádiz Ort für Ort...




Auf halbem Wege zwischen El Bosque und Grazalema liegt eines der kleinsten "Weißen Dörfer" der Provinz Cádiz, das verträumte Benamahoma, das – völlig zu Unrecht – in der Reiseliteratur ein Schattendasein darbt. Die steile, kurvige Landstraße, die von El Bosque nach Benamahoma führt, hätte seinerzeit ohne weiteres als Kulisse zu einem Hitschcock-Film dienen können und empfiehlt sich nur angstfreien Autofahrern.





Das erste, was dem Reisenden nach der Ankunft in Benamahoma auffällt, ist der allgegenwärtige Duft von Wald, Wiesen und Feigenbäumen, dazwischen immer wieder Wildblumen, das Ganze unterstrichen vom beständigen Gurgeln der hier reichlich vorhandenen Flüsschen und Quellen.
Wäre da nur nicht die fürchterliche Hitze – wir haben uns ausgerechnet einen Juli-Tag für unsere Exkursion ausgesucht – man könnte sich im Paradies angelangt wähnen, so idyllisch, so ländlich, so viel Ruhe ausstrahlend wirkt hier alles.




Nur knapp 500 Einwohner hat das winzige Wald-Dorf, das seine arabischen Wurzeln nicht verleugnen kann; auch hier die typischen, weiß gekalkten Häuser mit Innenhof, die sich flach unter der gnadenlosen Sonne ducken, und sogar ein kleines Minarett mit vergoldeter Kuppel gibt es, das aber wohl eher neuandalusischen denn maurischen Ursprunges ist. Nicht von ungefähr bilden die alljährlich Anfang August stattfindenden Ritterspiele Moros y Christianos (etwa: "Mauren gegen Christen“) das Highlight des kulurellen Lebens von Benamahoma.




Große urbanistische Schätze gibt es hier nicht zu entdecken und so lässt der Besucher am besten in aller Ruhe die grandiose Natur und die wundervolle Stille auf sich wirken. Dann gibt es da noch das "Museum des Wassers“ (Museo del Agua), das auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Im Gebäude einer ehemaligen Walkmühle untergebracht, erfährt man hier alles über die Bedeutung des Wassers für Benamahoma und die Sierra de Grazalema. (Das Wassermuseum ist samstags und sonntags, jeweils von 11.00 bis 13.30 sowie von 18.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.)





Sportliche Naturen, die sich von den blutrünstigen Moskitoschwärmen nicht schrecken lassen, können, auf der Rückseite des Gebäudes, ein Stückchen weit in den Wald eindringen und sich dort von der malerischen Geburtsstätte des Río Majaceite (Majaceite-Fluss) verzaubern lassen.
Gleich neben dem Wassermuseum gibt es eine Forellenzucht, deren Endprodukte man vor der Weiterfahrt unbedingt kosten sollte, zum Beispiel im nur etwa 200 Meter entfernt liegenden Restaurant Mesón de Fuente, das unter anderem auf die Zubereitung der fangfrischen Forellen spezialisiert ist.







Wir empfehlen hier die wirklich wunderbare, zusammen mit Serrano-Schinken gebratene, Forelle, die in einer relativ stark knoblauchhaltigen grünen Sauce seviert wird – ein echter Genuss, der den Besuch in Benamahoma zu einem angenehmen, runden Abschluss bringt.